Die Kiev 4A in der Praxis

Film laden und entladen

Ist der Film belichtet, wird er in die Patrone zurückgepult. Dazu wird der Knopf für die Entriegelung auf dem Kameraboden gedrückt gehalten und der Film zurückspult. Ein leicht knackendes Geräsuch lässt erkennen, dass er sich von der Aufnahmespule gelöst hat. Manchmal steckt er auch fest und der Rückspulknopf lässt sich einfach nicht mehr weiter drehen. Nun kann die Kamerarückwand wieder gelöst und der belichtete Film wieder aus der Kamera genommen werden.
Praktische Erfahungen
- Objektivdeckel entfernen
Die Chance ist gross, dass der Objektivdeckel für die Aufnahme auf der Linse belassen wird. Der Blick durch den Sucher gibt ja immer den Blick aufs zu fotografierende Objekt frei. - Verschluss spannen
Dies ist dringend vor dem Verstellen der Verschlusszeit empfohlen, damit der Verschlussmechanismus nicht beschädigt wird. - Verschlusszeit und Blende gemäss externer Belichtungsmessung einstellen
Die Blende muss aus praktischen Gründen vor dem Fokussieren gewählt werden, da sich meist beim Drehen des Blendenrings auch der Ring für die Schärfe dreht. - Distanz einstellen
Mit Hilfe des Messuchers wird die korrekte Fokussierung eingestellt. Dies kann am Objektiv erfolgen oder mit dem Rädchen auf der Kameraoberseite geschehen. Ich nutzte nur letztere Möglichkeit mit dem integrierten Hebel für das Deblockieren des Objektivs, denn das Objektiv rastet immer bei der Einstellung «Unendlich» ein und kann so gleich beim Fokussieren auf einfachste Weise wieder gelöst werden.
Der Sucher funktioniert einfach und zuverlässig, obschon das eingeblendete Messsucher-Bild eher klein ist. Für mich als Brillenträger ist jedoch die präzise Wahl des Bildausschnittes nicht ganz einfach. Den Schutz, den ich selber gegen das Verkratzen der Brillengläser auf den Sucherring geklebt habe, wurde im Grundlageartikel zur Kiev 4A bereits im Detail beschrieben.

Der «Contax-Griff»
Wenn der Messsucher nicht zu funktionieren scheint und das kleine gelbe Rechteck nicht eingeblendet wird, ist in der Regel ein ganz einfacher Grund die Ursache. Wer die Kamera wie von anderen Modellen her gewohnt hält, verdeckt leicht mit dem Mittelfinger der rechten Hand das vordere Fenster des Messsuchers. Durch ihren mit 9 Zentimetern sehr grossen Abstand liegen Sucher- und Messsucherfenster an den äusseren Rändern der Frontseite der Kamera.
Die Handhabung der Kameratasche erweist sich in der Praxis als etwas umständlich. Die vordere Abdeckung ist mit einer Niete fest mit dem an der Kamera befestigten Teil verbunden. Durch eine Modifizierung lassen sich die Nieten durch einen Druckknopf ersetzen. So beschrieben bei Matt’s Classic Cameras. Die Modifizierung funktioniert für die Kamerataschen der eigentlich baugleichen Kiev 4 und Kiev 4A. Selber hab ich dies noch nicht umgesetzt, werde es aber bei Gelegenheit mal anpacken.
Leider fehlt in der Bodenschraube der Kameratasche ein integriertes Stativgewinde. Bei Nachtaufnahmen mit Stativ bei durchzogenem Wetter erlebte ich dies besonders intensiv. Mit zum Schutz der Kamera montierter Hülle konnte ich das Stativ nicht nutzen. Ohne Hülle spielte dann das russisches Innengewinde von 3/8 Zoll im Kameraboden nicht problemlos mit. Die Nutzung des Stativs erfordert dann als Adapter ein Übergewinde Von 3/8 Zoll auf 1/4 Zoll (bei ars-imago erhältlich). Soll die Kiev 4A wieder in der Kameratasche geschützt werden, passt das Gewinde der Tasche nicht mehr.
Fazit: Das Fotografieren mit der Kiev 4A macht grosse Freude. Mit ihr habe ich als Fotograf eine solide Kamera, die zwar kein Federgewicht ist, aber sehr gut in der Hand liegt.








